Schnecken

«Ich gehe so dahin, im frühen Sommer, im Vogelpark im Süden Frankreichs, auf schmalem Weg, dem einen Teich entlang, dazwischen Bäume und Sträucher, auf der anderen Seite ein grösserer Teich, gesäumt von Röhricht, das sich willenlos im Wind biegt. Sehe an einem Schilfrohr ein Häuschen kleben, apart gemustert, geringelt, weiss, beige, braun. Schwingt mit dem Schilf im Rhythmus des Luftzugs. Sehe weitere, grössere, kleinere, auch an anderen Pflanzenstängeln. Was tun sie hier? Gibt es etwas Besonderes zu fressen? Geniessen sie die Sonne, die Bewegung, das Schwanken im Wind? Schlafen sie? Könnten Mittelmeersandschnecken sein, oder Dünenschnecken, die sich bei trockenem Wetter gerne der Sonne aussetzen, oder irgendwelche anderen von vielen tausend Arten von Schnecken ...» (Aus: «Wortgeschichten», erscheint demnächst)