Lesen im Buch der Natur


Lesen im Buch der Natur

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Das Bild vom Buch der Natur ist ein Bild des Mittelalters. Die Welt ist um des Menschen willen geschaffen, darin verborgen sind die Zeichen der Schöpfung. Wer sie erkennt und versteht, gelangt zu göttlicher Erkenntnis. Also gilt es, die Dinge der Erde – Bäume, Korn, Blumen, Gras, Eidechsen, Vögel, Bäche, Regenbogen, Steine – zu beobachten und ihre Eigenschaften zu beschreiben, um über diese den verborgenen metaphysischen Sinn zu erkennen. Niemals aber geht es darum, die Natur um ihrer selbst willen zu betrachten.

Nikolaus Kopernikus ersetzte das geozentrische Weltbild des Ptolemaios durch das heliozentrische, Johannes Kepler führte die Methode der quantitativen Erkenntnis der Natur durch Berechnungen und Messungen weiter, Galileo Galilei sah das Wesen der Wirklichkeit durch Zahlenverhältnisse bestimmt. Nur wer die mathematischen Zeichen zu lesen und in Gesetze zu fassen verstehe, erlange objektive Erkenntnis. Die lange verpönte curiositas forderte ihr Recht. Mit der Aufklärung im 18. Jahrhundert wurde auch die Betrachtung der Natur um ihrer selbst willen salonfähig. Mit zunehmender Beherrschung der Natur begann man sich für ihre Schönheit zu interessieren und sah nicht mehr nur ihre Unberechenbarkeit.

Die Natur hat auch heute noch ihre bedrohlichen Seiten, umgekehrt ist sie selbst bedroht – durch die Ausbreitung des Menschen, seine Aktivitäten, seine Ansprüche, seine Achtlosigkeit. Die Erde gibt es seit 4,5 Milliarden Jahren, die Gattung Homo seit zwei bis drei Millionen Jahren, den Homo sapiens seit 100'000 bis 200'000 Jahren. Die Natur lässt sich nicht so leicht unterkriegen. 

Dies das Vorwort zu dem Buch mit den Bildern aus meiner näheren Umgebung und dazu passenden Texten.

Buch, Hardcover, 88 Seiten, erschienen 2013

ISBN 978-3-033-03904-9

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